Bericht vom Warnstreik am 28.01.2016

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Nichts (Neues) aus der Linienstraße – Bericht vom Warnstreik am 28.01.2016

Am 28.01.2016 fand nach Aufruf durch ver.di der erste Warnstreik in der Geschichte des Sozialverbandes VdK statt. Bereits ab 07:30 Uhr sammelten sich die Kolleg*innen vor den fünf Einrichtungen, um dann gemeinsam zur Streikkundgebung vor dem Sitz des Sozialverbandes VdK in der Linienstraße zu fahren, wo sie auf eine etwas überraschte Prokuristin trafen. Nachdem wir gemeinsam unseren Forderungen lautstark Nachdruck verhalfen, ging es in das nahe gelegene Streiklokal. Insgesamt beteiligten sich rund 60 Kolleg*innen am Warnstreik. Der Arbeitgeber ist nun aufgefordert, der Tarifkommission ein verhandlungsfähiges Angebot zu unterbreiten.

Bericht RBB: http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2016/01/warnstreik-berliner-kinder-und-jugendambulanzen-verdi.html

 

P R E S S E I N F O R M A T I O N

Ki.D.T. gGmbH – Kinder- und Jugendambulanzen / Sozialpädiatrische Zentren des Sozialverbandes VdK Berlin-Brandenburg e.V.

Warnstreik am 28. Januar in Berlin

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) ruft die fünf Berliner Kinder- und Jugendambulanzen / Sozialpädiatrischen Zentren der Ki.D.T. gGmbH am 28.01.2015 zu einem ersten Warnstreik auf. Betroffen sind die Einrichtungen in Reinickendorf-Wedding, Charlottenburg-Wilmersdorf, Schöneberg-Tiergarten, Lichtenberg (Hohenschönhausen) sowie Spandau.

Hintergrund für die Auseinandersetzung sind Tarifverhandlungen für die rund 105 Beschäftigten der Ki.D.T. gGmbH, Tochterunternehmen des Sozialverbandes VdK Berlin-Brandenburg.

In den bisherigen 2 Tarifrunden gab es seitens des Arbeitsgebers wenig Kompromissbereitschaft, sich erstmalig auf einen Haustarifvertrag zu einigen. Seit mehr als 15 Jahren gab es keine Erhöhungen des Entgelts für die Beschäftigten, die Inflation führte zu einem erheblichen Reallohnverlust. „Diesen tariflosen und prekären Zustand gilt es jetzt zu beenden“, so Claudia Seekamp, Sprecherin der Tarifkommission. Die 3. Verhandlungsrunde sollte eigentlich am 27.01.2016 stattfinden, wurde jedoch vom Arbeitgeber aus Krankheitsgründen kurzfristig abgesagt, die Prokuristin erklärte, nicht vorbereitet zu sein.

Die Ki.D.T. gGmbH wird durch Zuwendungen des Berliner Senats neben den Leistungen der Krankenkassen finanziert, wodurch die Diagnostik und Therapie von Kindern mit körperlichen, geistigen und/oder seelischen Beeinträchtigungen sowie die psychosoziale Beratung ihrer Familien sichergestellt wird.

Nachdem sich die Beschäftigten zu über 70% gewerkschaftlich organisiert haben, fordern diese den Abschluss eines Haustarifvertrages auf Gesamtniveau des Tarifvertrages der Länder (TVL – Berlin West). „Die Geschäftsführung der Ki.D.T. gGmbH versucht, die eigene personalpolitische Verantwortung auf den Berliner Senat abzuwälzen, die Senatsverwaltung verweist wiederum auf das Unternehmen. Dieses aufschiebende Verhalten beider Parteien ist der wichtigen Arbeit der Beschäftigten unwürdig“, so Benjamin Roscher, zuständiger ver.di-Verhandlungsführer.

Neben Entgeltregelungen geht es den Beschäftigten um klare Urlaubs- wie Arbeitszeitregelungen, tariflichen Anspruch auf Weiterbildung sowie Supervision. Der Arbeitgeber verweigert bisher jeden Einblick in die Personalkosten sowie für die Verhandlungen notwendigen Wirtschaftsdaten.

Einzig den ver.di-Forderungen nach zusätzlichen freien Tagen am 24.12. wie am 31.12. sowie verlängerten Kündigungsfristen kam der Arbeitgeber bisher entgegen.

Ver.di wird mit weiteren Aktionen Druck auf die Arbeitgeberseite ausüben und erwartet nun ein verhandlungsfähiges Angebot zu allen für die Arbeitnehmerseite wichtigen Punkten.

 

Für Rückfragen:

Benjamin Roscher, ver.di Verhandlungsführer, Tel: 030/8866-4477

Mehr zur Tarifkampagne: www.verdi-kidt.de

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